Wärmedämmung an Gebäuden


Wärmedämmung zur Einsparung von Heizenergie

Die Wärmedämmung an Gebäuden zur Einsparung von Heizenergie hat im Rahmen des Bewusstwerdens für eine nachhaltige Entwicklung und der Verteuerung von Energien in den 90er Jahrendes 20. Jahrhunderts einen hohen Stellenwert erhalten. Insbesondere auch deshalb, weil zeitgleich
gesetzliche Fördermaßnahmen zur Wärmedämmung von Gebäuden beschlossen wurden.

Die Verordnung über einen energiesparenden Wärmeschutz bei Gebäuden, Wärmeschutzverordnung, trat erstmals am 1. November 1977 als Folge des 1976 vom Bundestag beschlossenen Energieeinsparungsgesetzes EnEG in Kraft. Ihre Zielsetzung war vor dem Hintergrund steigender Energiepreise die Reduzierung des Energieverbrauchs durch bauliche Maßnahmen.

Am 1. Januar 1984 trat die 2. Wärmeschutzverordnug und am 1. Januar 1995 die 3. Wärmeschutzverordnung in Kraft. Seit dem 1. Februar 2002 ist sie durch die Energieeinsparverordnung EnEV abgelöst, die erstmals die Wärmeschutzverordnung und die Heizungsanlagenverordnung HeizAnlV
vereint. Die aktuelle Fassung, die EnEV 2014, ist seit dem 1. Mai 2014 gültig und für Investoren und Bauherren bindend.

Geänderte Anforderungen der EnEV ab 2016

Neue Energiestandards für Wohn- und Nichtwohngebäude. Mit Jahresbeginn 2016 trat die geänderte Fassung der Energieeinspar-verordnung EnEV 2014 in Kraft. Die in den Fachmedien auch als
„EnEV 2016“ oder „EnEV ab 2016“ bezeichnete Verordnung soll den Energiestandard bei neuen Wohn-und Nichtwohngebäuden weiter erhöhenen. Die Verschärfungen gelten seit dem 1. Januar und betreffen
vor allem die Absenkung des Jahres-Primärenergiebedarfs von Neubauten sowie eine Verbesserung des Wärmeschutzes.

  • Der höchstzulässige Jahres-Primärenergiebedarf sinkt um 25%
    Rechnerisch umgesetzt wird dies so: Der Schwellenwert des Jahres- Primärenergiebedarfs für neue Wohn- und Nichtwohngebäude wird wie bisher Anhand eines Referenzgebäudes ermittelt, das Ergebnis wird dann mit dem Faktor 0,75, als einzuhaltende Vorgabe multipliziert.
  • Verbesserung des Wärmeschutzes der Gebäudehülle um rund 20%
    Für neue Wohngebäude gelten die in der EnEV festgesetzten Werte für den auf die wärmeübertragenden Umfassungsfläche bezogenen Transmissionswärmeverlust eines Referenzgebäudes sowie der vorgegebene Höchstwert in Bezug auf die verschiedenen
    Wohnhaustypen. Die Außenhülle eines neuen Nichtwohngebäudes darf die in der EnEV angegebenen Höchstwerte nicht überschreiten. Angesetzt werden dafür die mittleren Wärmedurchgangs- koeffizienten der Außenbauteile, die die wärmeübertragende Gebäudehülle bilden. Davon ausgenommen sind Nichtwohngebäude mit einer Raumhöhe über vier Meter, die mit einer dezentrale Gebläse- oder Strahlenheizung beheizt werden.
  • Nachrüstpflicht im Gebäudebestand
    Seit dem 01.01.2016 besteht die Pflicht, die oberste Decke einer Wohnung zu einem unbeheizten Dachraum zu dämmen, wenn die Wohnung mehr als 4 Monate im Jahr mit einer Innentemperatur von mindestens 19 Grad genutzt wird. Als Mindestanforderung gilt ein U-Wert von 0,24 Watt pro Quadratmeter und Kelvin.
    Dieser Wert kann beispielsweise mit 16 cm Dämmung und einer Wärmeleitfähigkeit von 0,035 W/m?K erreicht werden. Alternativ besteht die Möglichkeit, anstatt der letzten Geschossecke das Dach selbst zu dämmen. Besitzt das Dach bereits eine Dämmung, die die Anforderungen an den Mindestwärmeschutz nach DIN 4108-2 erfüllt, kann von der Pflicht desNachrüstens abgewichen werden.

Als weitere Änderung soll 2018 das Energieeinsparungsgesetz (EnEG), die Energieeinsparungsverordnung (EnEV) und das Erneuerbare- Energien- Wärmegesetz (EEwärmeG) zum Gebäudeenergiegesetz (GEG 2018) zusammengefasst werden.
Gebäudeenergiegesetz: Ziel des GEG ist ein möglichst sparsamer Einsatz von Energie in Gebäuden einschließlich einer zunehmenden Nutzung erneuerbarer Energien zur Erzeugung von Wärme, Kälte und Strom für den Gebäudebetrieb.

Der Bund führt die noch parallel laufenden Regeln zusammen:
Auslöser war unter anderem die EU-Gebäuderichtlinie (2010). Sie fordert den Niedrigstenergie-Standard für Neubauten: ab 2019 für öffentliche und ab 2021 für privatwirtschaftliche Gebäude.

Materialien zum baulichen Wärmeschutz

Baustoffe wie Stahl, Beton und auch Natursteine sind relativ gute Wärmeleiter, so dass die daraus errichteten Außenwände und Geschossdecken an Gebäuden bei kalter Witterung sehr schnell die
Wärme von der Innenseite an die Außenseite abgeben. Deshalb isoliert man heute derartig gebaute Wände mit Dämmstoffen; das sind Materialien mit geringer Wärmeleitung. Im Sommer soll die Dämmung verhindern, das die Wärme von außen in ein Haus eindringt, damit es innen relativ
kühler als außen bleibt. Gebräuchlich sind:

  • Geschäumte Kunststoffe (wie Polystyrol, Neopor, Polyurethan)
  • Mineral-, Glaswolle, Schaumglas
  • mineralische Schäume wie Porenbeton, Bimsstein, Perlite
  • Schüttungen aus Zelluloseflocken (auch zum Einblasen in Hohlräume), Leichtlehm, Ceralith, Blähglas, Blähton
  • Holzfaserwerkstoffe, Holzwolle, Kork
  • pflanzliche oder tierische Fasern wie Hanf, Flachs, Kokos, Wolle
  • Schilfrohrmatten
  • Kalziumsilikat, vorzugsweise zur Innendämmung von Außenwänden
  • Vakuumwärmedämmung

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